31.7.2026

Früh um 10h, alles in letzter Minute irgendwie wie immer geschafft – tatsächlich diesmal alles mit langer Zündschnur:

Unser Uber holt uns ab, um uns zumindest zum Gesundbrunnen zu bringen. S1 mit Schienenersatzverkehr, S85 temporär eingestellt – dat is halt unser Berlin!

Es bewahrheitet sich wieder: Manchmal sollte es so sein! Unser Fahrer entpuppt sich als nicht nur überaus sympathisch, sondern auch als unterhaltsam und sehr bewandert trotz seines jungen Alters. So wird die Autofahrt bereits zum ersten Highlight.

Der Check-In ist unproblematisch – könnte evtl. daran liegen, dass wir jeder nur überschaubare Gepäck und nicht diverse Haustiere mit uns führen.

Mickys Herz geht wie immer auf, wenn sie mit Finnen in Verbindung kommt. So ist auch der erste Flug nach Helsinki schnell vorbei und das richtige Gate im Vantaa Airport gefunden.

Auch wenn sich das Platzangebot für die nächsten 14 Std. nicht unbedingt üppig gestaltet, sind wir sehr froh über extra bezahlte Beinfreiheit.
Dank Siljes Empfehlung sind wir alle 3 mit entsprechenden Kompressionsstümphen von Danish Endurance versorgt. Man wird halt vernünftig! Die Videothek ist prall gefüllt – auch wieder sehr zur Freude noch Micky, die neben Klassikern wie „Vom Winde verweht“, „Casablanca“ auch „Matrix“ und „Lethal Weapon“ findet. Hans entscheidet sich für die lange Harry Potter Nacht, und Torsten ist so viel entspannter, seitdem das Nikotin nicht mehr ruft.

Es geht leider nicht über Grönland – wir mussten aber eh den Fensterschutz geschlossen halten zur Vorbereitung auf die Zeitverschiebung.

01.08.26 – Ankunft in Tokyo

Nach knapp 16 Stunden Flug sind wir unserem Ziel ganz nah: die Mega City Tokyo. Gottseidank haben wir noch rechtzeitig die Einreiseformulare online erledigt und konnten mit unserem generierten QR Code gleich zum ersten Schalter. Brille ab, Zeigefinger auflegen und in die Kamera lächeln. Hans ist davon als Kind befreit – auch wenn die Beamtin sich bei seinem Aussehen noch mal seines Geburtsdatums versicherte. Dann weiter zum richtigen Schalter – kurzer Schreckmoment: wir benötigen 3 QR Codes. Freundlich und mit ganz viel Ruhe wird uns geholfen. Nach 2 weiteren Schaltern ist es vollbracht, wir sind in Tokyo. Schnell das Gepäck geholt und durch die Tür. Dort werden wir bereits erwartet. Ein freundlicher Mann bringt uns zu unserem Fahrer – wir bekommen einen ersten Eindruck über die Sommer Temperaturen und sind froh über die Klimaanlage im kleinen Bus.

Im Hotel angekommen – wir sind wirklich im Herzen von Tokyo untergebracht, erwartet uns ein freundlicher Ninja am Check-In. Der T- Rex brauchte noch einen Moment, um aus dem Ei zu schlüpfen 🥴

Es ging selten so unkompliziert und schnell.

Unser Hotelzimmer im 11.Stock ist erstaunlich geräumig und klimatisiert. Nach kurzem Akklimatisieren geht es zum gegenüberliegenden 7Eleven, etwas zum Essen aussuchen. Günstig und sehr leckeres Convenience Food, welches auf Wunsch gleich erwärmt wird. Dazu kann man sich kleinere Speisen wie Yakatori Spieße aus einer Wärmetheke nehmen oder sich Smoothies bereiten lassen.

Es ist alles gut beschriftet, und dank der Informationen vorab finden wir uns schnell zurecht. Trotzdem sind die Eindrücke und Aufmachungen neu und müssen bestaunt und erkundet werden. Gegessen wird im Hotel – nicht besonders romantisch, eher zweckmäßig.

Hans und sein erster selbst erstellter grüner Smoothie
Kleiner Snack: Reis gefüllt mit Thunfisch und Mayonnaise

Im Anschluss machen wir uns auf den Weg, für Hans eine Suica Card für den Nahverkehr aber auch für Convenience Stores zu besorgen. Torsten und ich haben unsere bereits auf dem Handy.

Ueno Station
Interessante Club Info 😜
Pikachu und seine Freunde – unterwegs

02.08.2026 – Einführung in Tokyo

Trotz Jetlag konnten zumindest 2 von uns gut schlafen. Um 7h klingelte der Wecker, kurz fertigmachen und dann auf zum 7Eleven frühstücken. Wir hatten am Abend zuvor ein etwas Größeres ausfindig gemacht mit Sitzplätzen. Die Kette 7Eleven hat es sich in Tokyo wohl zur Aufgabe gemacht, jedem Bewohner ein entsprechendes Geschäft zu bieten innerhalb von max. 5 Minute Laufweg. Tatsächlich fangen wir an, die Stores ob der Vielfalt zu lieben.

Sandwiches – extrem lecker und frisch

Man kann auf den Bilder nicht die Temperatur erahnen: hohe Luftfeuchtigkeit bei ca. 37 Grad. Dankenswerterweise gab es immer wieder Abstecher in Läden oder Fahrten mit der Metro / Bahn, die herrlich klimatisiert sind.

Wir sind mit Hajato allein, und er beantwortet uns gern all unsere Fragen bzw. versucht uns, japanische Kultur näher zu bringen. Treffen Panda Station, durch den Straßenmarkt von Amayeko, mittendrin der erste Tempel ganz versteckt als kleine ruhige Oase, diverse Verkostungen (1 Jahr getrockneter Thunfisch, grüner Tee), Ausflug in die Spielhalle, dann weiter ins Elektronik- & Manga-Viertel Akihabara (überall Animes und Pokémon Karten), Riesen Kaufhäuser und Lunch Break im 8.Stock vom Yodobashia Akiba (so viele verschiedene Speisemöglichkeiten vermitteln uns den ersten Eindruck der Qual der Wahl), weiter zum Meiji-Schrein, Tokyos größter Shintõ-Schrein inmitten eines Parks und Abschluss am Shibuya-Crossing – bis 17 Uhr haben wir bereits 12.000 Schritte absolviert.

Nach einer kurzen Erholung im Hotelzimmer – einige haben auch geschlafen – geht es zum Abendessen noch einmal raus. Was für eine Wohltat: Obwohl es nicht geregnet hat, hat es sich auf wundersame Weise unter 30 Grad abgekühlt. Wir werden 100m neben unserem Hotel findig: 3 Menüs inkl. Misosuppe und Getränke für 22€ (dem momentanen Wechselkurs sei Dank) – Ambiente und Bedienung durchaus einladend.

Zum Abschluss noch einen kleinen Abstecher auf das Dach im 13.Stock: der Skytree erstrahlt ganz wunderbar – der „Nebel“ um die Spitze lässt aber auch den Grad der Luftverschmutzung erahnen

03.08.2026 – Tokyo am Wasser: TeamLab Planets & Odaiba

Der heutige Tag hält ein langersehnten Highlight bereit: das neueste technische Highlight in Toyosu gilt als Museum und wartet mit 4 großen Kunsträumen und 2 Gärten auf, die vom angesagten Künstlerkollektiv TeamLab – einer Gruppe von Künstlern, Programmierern und 3D Künstlern – geschaffen wurde.



Tiere, die in Farben aufgehen
Balance Akt
Garten – Orchideen wandern bei Berührung nach oben
Laufen auf einem Wasserbett
Oben – unten – real .
Kniehohes weißes Wasser

Nach ca. 4 Stunden geht es in Toyusu weiter mit der Yurikamone Linie, vorbei an vielen Wahrzeichen. Alles ohne Fahrer – seitlich eingehängt und auf Rädern. Die Bahn scheint kleiner und kürzer – ein wenig wie unsere Berliner Linie 1. Übrigens liegt gegenüber des TeamLabs Planet die Hauptverwaltung vom Energieversorger Tepco 🤭.

Man erahnt die Größe des neuen Fischmarktes Toyosu – einer der größten der Welt und ca. Doppelt so groß wie sein Vorgänger in Tsukiji. Da dort morgendlich die große Thunfisch Auktion nur noch hinter Glas von einer Plattform aus beobachten kann, reicht uns der Blick. Übrigens gehört Toyosu zu einer Anzahl künstlich angelegter Inseln in Tokyo.

Es ist herrlich grün hier und deutlicher weniger betriebsam bzw. urbaner. Wir streifen diverse Sportanlangen der Olympiade und gelangen zur nächsten künstlichen Insel Odaiba. Vorbei an Big Sight (Exhibition Center oder auch Messe) mit seiner großen roten Säge davor, weiter am Fuji TV vorbei hin zum Aqua Center in Daiba.

Big Sight
Fuji TV

Der Appetit verleitet uns ins Aqua Center, einem großen Einkaufszentrum inkl. Aquarium, Paintball und Kino. Vorher wir Hans von ein paar japanischen Jugendlichen gebeten, an einer Umfrage teilzunehmen. Als sie sein Alter hörten, waren sie mehr als erstaunt, und ehrlicherweise war Ihnen Deutschland und das von Hans gelobte Brot eher unbekannt – aber hätte er auf die Frage nach „ Was magst Du in Deinem Land besonders?“ Sauberkeit oder gar die Bahn anführen sollten? 🤣

Mittagsmenu mit grünem Tee oder Wasser sowie einer Misosuppe für ca. 6€

Draußen genießen wir die Skyline, die kühle Brise, ein wenig New York Flair sowie ein Wasserspiel mit Musik.

Freiheitsstatue mit der berühmten Raibow Bridge im Hintergrund

Eigentlich sollte es per Wassertaxi über den Hama-Rikyū-Garten nach Akasuka gehen, aber irgendwie haben wir uns auch heute etwas in der Zeit verloren. Die Taxis scheinen nicht mehr zu kursieren. Wir nehmen die Metro Linie weiter zurück auf die Hauptinsel, vorbei an Skyline, Kreuzfahrtschiffen, Brücken, zwischen Wolkenkratzern und Häuserschluchten, Straßen verlaufen dreistöckig übereinander, zwischendurch Baustellen, um die letzten freien Quadratmeter in die Höhe auszudehnen – komischerweise sieht man keine Absperrungen und Straßensperren in der Stadt. Vielleicht haben sie diese alle nach Berlin verliehen im Austausch mit den Bauarbeitern. Am Ueno Park angekommen decken wir uns im 7Eleven für unser Abendbrot ein und spazieren in den Park. Unser Guide sagte uns zwar, dass er gerade sehr beliebt wegen der Blüten sei. Wir hatten wohl „sehr beliebt“ und „Blüten“ etwas missverstanden. Im Ueno Park herrschte Feststimmung mit allerlei Ständen rund um die beiden sehr großen Wasserbecken. Vornehmlich junge Leute treffen sich zum Sun Dawning – sehr gern im festlichen Kimono. Insgesamt muss man feststellen, dass sich Japaner oder zumindest Tokyoer gut kleiden. Bei den Blüten handelt es sich um Lotusblütrn, die die beiden Becken komplett bedecken. Aber seht selbst…..

Karpfen
Ueno Toshogu Schrein
Größenverhältnis
Die ersten Blüten gehen auf

Der Ueno Park inmitten des alten Tokyos (und nur 2 Stationen von unserem Hotel entfernt) ist für seine Kirschblüte im Mai bekannt. Er beherbergt neben dem Schrein und Park auch den ältesten Zoo Tokyos sowie diverse Museum, darunter das Nationalmuseum.
Was ist noch zu diesem Tag zu sagen? Man freut sich über sehr viel Praktisches und Sinnvolles und fragt sich dabei, warum das nicht bei uns Einzug hält.

Blindenlinie inmitten des Gehsteigs
Kinderstuhl auf jeder Toilette (Männer & Frauen) im Einkaufscenter

04.08.2026 – die volle Packung Kultur

Heute haben wir uns für einen etwas ruhigeren Start entschieden, wohlwissentlich dass uns nur noch wenig Zeit in Tokyo bleibt. So ging es entspannt erst um 10 Uhr in unser Stamm Kombini.

Eine Station entfernt erreichten wir dann den Senso-Ji Tempel in Asakusa, um 645 bereits gegründet und eines der ältesten und schönsten buddhistischen Tempel Tokyos. Das weitläufige Areal beginnt mit Donnertor mit seiner riesigen Laterne. Gleich dahinter liegt eine Einkaufsstraße mit vielen kleinen typischen (Souvenir) Läden.

Bereits hinter dem Donnertor, Beginn Einkaufsstraße
Metro Asakasu Station
Abkühlung – dringend notwendig
Rituelles Reinigen der Hände und Mund
Mochis – geeist oder einfach nur kalt – in diversen Geschmacksrichtungen – Hans‘ neue Leidenschaft

Sichtlich beeindruckt machen wir uns auf den Weg zur Sumo Schule. Sie wartet bereits auf uns mit deutlich mehr „Show“ als wir uns es gedacht hatten. „Platzanweiserinnen“, einen hinteren Tisch am Rande des Dohjos, Bildschirme, auf denen Sumo Kämpfe laufen….. Wir teilen uns den Tisch mit einer weiteren Familie, aber ohne nennenswerten Kontakt. Wir können in eine offene Küche schauen, wo Sumo Ringer kochen. Dazu die erste Einweisung einer sehr netten Frau – das versöhnt und lässt die Freude auf das bevorstehende wieder steigen. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte des Sumo, betraten 2 Sumo Kämpfer mit einem riesigen Kessel den Dohjo und füllten die traditionelle Chanko – den traditionellen Hot Pot der Sumos – in unsere Schüsseln. Wir durften alles aus der Nähe betrachten, bevor wir auch kosten durften. Danach wurde die Hauptspeise serviert, es schmeckte herrlich. Im Anschluss erklärten man uns die Regeln und das tägliche Training – diverse Übungen wurden vorgeführt, manche durch Zuschauer gern unterstützt. Natürlich meldete sich Hans umgehend. Dies erste Trainingssession Tag ein Tag aus ist zwischen 7-10 Uhr, Übungen werden bis zu 200 mal wiederholt. Um 10h gibt es dann das erste Mahl. Im Sumo gibt es keine Gewichtsklassen, daher ist Viel Essen (~10–15 tausend Kalorien am Tag) genauso zum Training wie Gleichgewicht und Dehnung. Das muss man wollen! Wenn man die Ringer so vor sich sieht, sieht das rein vom Körper nicht gerade gesund aus. Aber: sie stehen wie ein Fels in der Brandung oder sogar fester und sind trotz der Körpermaßen unheimlich beweglich. In dieser Schule stellenden uns 2 Ex-Sumos die Kampftechniken vor. Der mit den kurzen Haaren ist letztes Jahr mit ca 41 in Rente gegangen, zur „Rente“ wird der traditionelle Zopf/Knoten abgeschnitten, den nur aktive Sumos tragen dürfen. Hans hatte nach seinem Trainingssparing die Chance auf einen kurzen Kampf. Da der Boden sehr hart ist (Sand/Lehm mit Wasser gehärtet), bekam er einen Anzug mit integrierten Gürtel. Trotz der Stärke von Hans gab es nicht einen Hauch von Chance. Wie gesagt, die Beweglichkeit und Balance gepaart mit Stärke sind unglaublich. So landete Hans ziemlich zügig auf dem Boden. Während nicht alle Touris den notwendigen Respekt zeigten und manche sogar früher gingen, haben wir uns Zeit gelassen uns sind im Nachgang noch ein wenig ins Plaudern gekommen. Sie waren sichtlich beeindruckt, dass Hans erst 13 Jahre ist und sich generell gar nicht so schlecht gezeigt hätte ( vielleicht war das aber auch nur japanische Höflichkeit). Es gab zumindest ein kurzes Angebot, in die Schule einzutreten – um Himmels Willen! Übrigens müssen wie bei unseren Profisportlern die Sumos mit Eintritt in die Rente sich um einen „neuen Job“ kümmern. Da Kochen so einen hohen Stellenwert bei den Sumos hat, werden viele Köche. Andere verdienen sich Ihr Geld mit Vorführungen.

Nach so viel Aufregung – Hans zitterten noch lange die Arme – suchten wir Ruhe im Hama-Rikyu Park. Mit 25 ha ist dieser Park ein überraschender Hort der Ruhe inmitten der Wolkenkratzer mit einer langen Geschichte und als Symbol japanischer Gartenkunst. Das Besondere ist zudem der See, der Shioiri-no-ike, der mit dem Meer verbunden und daher mit Salzwasser gespeist ist. Im Teehaus inmitten des Sees wird traditionell Tee und japanischer Pan cake serviert.

Logisch konsequent 🫣

Trotz all dieser wunderbaren Eindrücke plagten Hitze und viele Schritte unseren Körper. Torsten legte eine kleine Ruhepause im Hotel ein, während Hans und Micky noch einmal ins Akihabara (Anime und Tech) Viertel fuhren. Unser Guide zeigte uns bereits die „Tradition“ der Maid Cafés, wahrscheinlich eine Antwort auf die Vereinsamung innerhalb der Mega City. Die zurecht gemachten Mädchen stehen auf den Bürgersteigen und werben um ihre Kundschaft. Aus Respekt haben wir nur Werbung fotografiert. Das Gleiche gilt für die PET Cafés bzw. Kleinen „Streichel“ Geschäfte: Wohnraum in Tokyo ist begrenzt, Haustiere schier unmöglich – demzufolge kommt man diesem Bedürfnis mit entsprechenden „Begegnungsstätten“ nach. Wenn auch verständlich, wollten wir auch dieses nicht unterstützen – Cabibaras in freier Natur sind einfach schöner! Um den Reigen der „Schattenseiten“ von Mega Cities abzuschließen, seien auch die sogenannten bunten Love Hotels zu nennen, die man wahlweise stundenweise aber auch als komplette Nacht völlig anonym mieten kann. Selbst Pizza Lieferungen erfolgen mittels einer Türklappe. Zurück zum Viertel: während Hans völlig aufging, war Micky schnell überflutet. Überall ertönt laute Werbung, Geschäfte oder Maids bitten in Geschäfte, riesige Gebäude voll von jeglicher Art Computerspiele oder Animes, zudem Etagen voller Spieleautomaten, die insbesondere bei der japanischen Bevölkerung eine immense Anziehung haben zu scheinen. Ihr kennt einige Automaten mit Greifarmen und vermeintlich leichten Gewinnen.

Der neue Info Schalter
Screenshot

Ihr ahnt es schon, das soll es noch nicht gewesen sein mit diesem Tag: unterwegs Torsten eingesammelt, ging es zu unserer letzten Station dieses Tages: zum Skytree. Ihr konntet ihn bereits auf einem Foto von unserem Hotel Roof Top sehen. Der Skytree ist ähnlich wie unser Fernsehturm auf einer Plattform im 350. Stock und noch einmal im 450. Stockwerk rundherum begehbar und bietet einen wunderbaren Ausblick auf das nicht enden wollende Tokyo. Persönlich würden wir es niemanden als Top 10 empfehlen – es war nett, aber auch mit viel Advertising verbunden. Es gibt ein Café, was aber eher nicht einladend ist. Als krönender Abschluss gab es ein kühlendes Getränk in der Skytree Town auf dem Bierfest, bevor wir uns ein wirklich schickes Uber zurück ins Hotel gegönnt haben – 12,5 km.

05.08.2026 – Tierisch – tierisch

Heute starten wir mit einem Frühstück auf dem alten (äußeren) Tsukiji Fischmarkt. Irgendwie dachten wir an Hallen und schier endlosen Auslagen von Fischen und anderen Meeresbewohnern. Stattdessen erwartete uns ein wunderbares Viertel von kleinen Ständen, die zum Verweilen und vor allem Essen einluden. Wir haben viel durch Schauen und Fragen gelernt, einiges blieb uns jedoch auch verborgen, z.B. wie man Seeigel mit dieser Paste in top isst bzw. ob man das überhaupt essen möchte. Prinzipiell waren wir mutig und haben uns bei den traditionellen Eierspeisen ausprobiert, frisch gepresste und unendlich teure oder lustige Getränke (Sodaflasche mit Kugel zum Reindrücken) uns schmecken lassen und uns schließlich in einem kleinen Lokal niedergelassen. Torsten aß Aalspiesse, Hans Ei in Temura gebacken und Micky war selig mit einer Königskrabbe. Zum Schluss gab es für Hans noch einen Wagyu Burger – was man eben so alles als Frühstück durchgehen lässt 😂.

Angler Fisch im Angebot – siehe Mitte unten
Seeigel Snack (rechts in schwarz)
12 Monate getrockneter und dann feingehobelter Fisch, als Topping oder Basis für eine Brühe

Inmitten des bunten Treibens haben wir einen wunderbaren buddhistischen Tempel gefunden.

Furchur lässt grüßen

Auf dem Weg zur Bahn fasziniert uns immer wieder die besondere Gestaltung dieser Stadt, Werbung, kleine schmale Häuser neben unendlich hohen Wolkenkratzern. Und dann mitten drin Gedenkstätten, Tempel und Schreine.

Wir haben uns getraut: japanische Pan Cakes – ein Traum von Leichtigkeit und mit amerikanischen nicht zu vergleichen
Torstens Eigeninterpretstion zu den Pandas: alle tot

Nach einer kurzen Verschnaufpause und vor allem Dusche ging es abends noch einmal zum Ameyoko Markt bei Ueno. Wir haben das traditionelle Okonomiyaki ausprobiert. In mitten des Tisches ist eine große Grillplatte (Teppan) eingelassen, an der wahlweise Köche oder wir selber aktiv werden. Okonomiyaki ist ein japanischer Kohlpfannkuchen als Basis mit diversen Zutaten. Man lässt sich Zeit und teilt sich gern mehrere Sachen direkt hintereinander. Das war nicht das letzte Mal….

Gedenkstätte für die in Taiwan verbliebenen Japaner
Waschplatz vor Tempel mit Lotus Blumen

Wir machen uns erneut auf in den großen Ueno Park, den Tokyoer Zoo zu besuchen. Um es kurz zu machen: wahrscheinlich der unterschiedlichen Lebensart geschuldet, ist der Zoo eher klein, Gehege beengt und vieles lediglich ambitioniert. Das erklärt vllt. auch den Spoteintrittspreis von 7€ für uns 3. die Giant Panda Gehege sind leer, stattdessen finden wir lebensgroße Pappbilder vor, die fleißig von Japanern fotografiert werden. Der Eisbär tut uns ob des engen Beckens und hohen Temperaturen besonders leid. Wir hatten trotzdem eine wunderbare Zeit – seht selbst:

Kein offizieller Zoo Bewohner: Gottesanbeterin auf der falschen (Frauen) Toilette
Laut Willy will‘s wissen: diese Blütenstände waren u.a. die Inspiration für die heutigen Salzstreuer (so Hans)

06.08.2026 – Leaving Tokyo & welcome Fuji

4,5 Tage Tokyo, 66.539 Schritte auf 46,7 km, 15 Ice coffees, 10 Ice Lattes, 10 Smoothies, 13 Mio Bewohner, die einem nicht anders als in Berlin vorkamen – ganz im Gegenteil. Nach einem letzten Frühstück bei unserem Stamm 7Eleven verlassen wir Tokyo mit vielen Eindrücken. Zum Abschied gibt die Sonne noch einmal alles – was wir tatsächlich als eine der wenigen Sachen nicht vermissen werden. Unser Guide erzählte uns, dass vor Jahren einige Tage im Juli / August über 30 Grad normal waren. Inzwischen sind diese Temperaturen die neue Normalität, man erwarte demnächst einige Tage über 40 Grad. Der Klima Wandel lässt grüßen. Freundlicher grüßen uns dagegen noch mal einige Animes.

Mit 2 mal Umsteigen und nicht immer einen Fahrstuhl im Visier erreichen wir den Busbahnhof: auf in die japanischen Berge – der Fuji ruft!

Nach 1,5 Stunden erreichen wir Kawaguchiko Station. Schnell finden wir den richtigen „Sightseeing“Bus, der uns zu unserem Hotel bringt. Diesmal haben wir ein klassisches japanisches Hotel, ein Ryokan. Sie haben Tatami Matten (Futon), heiße Quellen (Onsen) und ein mehrgängiges japanisches Frühstück.

Toilettenschuhe – für Größe 48 schwierig 😂
Auf dem Weg zum Onsen im klassischen Yakuta – leichter Baumwolle Kimono, der Gürtel dazu heißt Obi
Mount Fuji in voller Schönheit
Hans mit einem klassischen Haori

Nach einem ersten Besuch im Onsen – Micky muss wegen der Geschlechter Trennung leider allein baden – testen wir kurz die Matratzen, bevor wir uns auf eine kurze Erkundungstour aufmachen. Unser Ziel ist ein gerühmtes Ramen Restaurant mit Blick auf den Fuji. Wir haben ihn wirklich laaaannge gesucht, bis wir bemerkt haben, dass wir ihn längst vor uns haben. Vielmehr: wir haben so viel Glück, dass er sich heute in voller Schönheit präsentiert. Und der Ramen dazu, einfach ein Traum.

Ryokan direkt am See

07.08.2026 – Paddel „Drama“ und Lavendel

Nach einer Nacht auf dem Boden – es war deutlich bequemer als anfangs vermutet – erwartete uns das erste japanische Frühstück. Einiges kannten wir bereits aus Dokumentationen vorher. Dennoch, wenn man diese Fülle an ungewohnten Speisen vor sich hat, kann man schon leicht überfordert sein; Kaffee, Schrippen und Rührei mit Speck sehen halt anders aus. Auch die Menge ist sehr ungewohnt, man fragst sich schon, wo Japaner das hinessen, sind sie doch überwiegend sehr schlank.

im Anschluss ging es mit dem Bus einmal fast rum um den See. Der Busfahrer hätte locker auch für die Berliner BVG arbeiten können, auf jeden Fall war er für japanische Verhältnisse eher unnett. So ist er u.a. auch an unserer Zielstation vorbeigefahren. Wir waren Gottseidank gut in der Zeit und konnten problemlos den Weg zurücklaufen zu unserem Kanuverleih. Nach einer kurzen Einweisung ging es außerdem Wasser. Was wir bei aller Kanu Erfahrung unterschätzt haben: Drei ist einer zu viel – während Hans die Position des Captains (hinten) und Torsten die der Engine (vorn) war Mickys die in der Mitte (das hieß: nicht paddeln, nicht bewegen, einfach stillsitzen). Dazu gab es diverse Motorboot- & Fährrouten, die kleinen Kanus mit ihren Wellen schon zusetzen können. Unser anfänglich angestrebtes Ziel einer Insel mit einem Tori haben wir verworfen (unter starkem Protest von Hans wohlgemerkt) und haben dann eher am Rand des Sees unsere Runden gezogen. Glücklich, wieder an Land und vor allem trocken zu sein (Anmerkung der Redaktion: Baden sei wegen der Verschmutzung des Sees eher nicht empfohlen), haben wir uns kurz mit Leckereien aus einem kleinen Café gestärkt und sind dann durch eine Gartenanlage geschlendert. Lavendel blühte am Fuße des Mt. Fuji – ein weiteres Bild, was wir so nicht kannten. Während Torsten zurück ins Hotel fuhr, haben Hans und Micky noch eine Juwelen Ausstellung besucht. Abends haben wir ein wunderbares Wagyu Rind essen dürfen. Mit einem letzten Eiskaffee (und für einig,e dazu ein Eis) von 7Eleven ging es glückselig ins Bett – vor allem, weil wir das Glück hatten den Fuji ohne Nebel zu sehen!

Handflächen groß – dem Einheimischen allerdings nicht bekannt 🥴
Bremer Stadtmusikanten schauen zum Fuji 🤔
Die Einsamkeit dieses Bildes trügt – in Wahrheit: was für ein Verkehr !!!!
Juwelen Museum
Wagyu auf heißem Stein mitndiversen Soßen – ein Traum (für umgerechnet 12€)
Ein bisschen wie der Blick auf Limone am Gardasee 🫣
Jede Nummer beschreibt einen Spender – sehr oft, zumeist mit Laternen – zu finden
Hans hat es nachgemessen: 1,56m
Straßenschilder im Fuji-Look
Vorort Idylle – mit viel Platz, Vorgarten und Autos im Carport

08.08.2026 – über Kofu nach Matsumoto zur Wasserburg

Eine weitere Nacht auf Bodennähe, der Körper gewöhnt sich langsam an die Bewegungen. Trotzdem sind einige noch weit davon entfernt, sich gazellenartig aus dem tiefen Bett zu erheben. Ein weiteres japanisches Frühstück erwartet uns, zur Überraschung scheint es Abwechslung zu geben.
Der Hotel Shuttle bringt uns zum Bahnhof, wo der erste Kaffee (auf Micky) aber auch ein schwarzes Lava Huhn (auf Hans) wartet. Unser Zug hat seit geraumer Zeit eine Kooperation mit der Matterhorn Bahn, wer hätte das gedacht. Vorbei am Fuji Park, den wir bewusst ausgelassen haben (angeblich mit den jeweils extremsten Achterbahnen, einige in Revision, da sie zu Knochenbrüchen geführt haben), mussten wir 2x umsteigen. Die Strecke war abwechslungsreich und vor allen grün. Angekommen in Matsomoto, ging es zügig fussläufig zum Hotel und dann gleich zur Wasserburg. Wir hatten das Vergnügens, sie auch von Innen zu besichtigen. Die Stufen waren extrem steil – keine Ahnung, wie das die deutlich kleineren Japaner damals hinbekommen haben (mit Rüstung).

Wasserburg Matsumoto
Giebel des höchsten 6. Stocks
Herb – leicht – fruchtig
Lachs Bowl
Nacho und Chili mit Käse überflammt, typisch japanisch 😂
Trauben zum Greifen nah
Godzilla erwartet uns am Bahnhof
Blick aus der Burg

Auf dem Rückweg sind wir durch die kleine Innenstadt gestreift und in einem süßen Restaurant gelandet. Das erste Sake Tasting stand an.

Laternen – für jeden Sponsor / Stadtwohltäter eine
Überall farbenfrohe Gullydeckel

09. / 10.08.2026 – Takayama und die japanischen Alpen (oder doch eher im Allgäu?)

Heute hieß es in Ruhe aufstehen und das Frühstück zum Hotel zu genießen. Danach ging es fussläufig zurück zum Bahnhof, wo auch der Busbahnhof zu finden ist. 2 Stunden Serpentinen durch die Berge, die japanischen Alpen, durch Tunnel und an Stauseen vorbei. Hier soll es ordentlich im Winter schneien, ein paar wenige Skipisten unterstreichen das. Derzeit dominiert eher das satte grün und die fantastischen Berge – irgendwie auch ein wenig wie in Europa.

In Takayama angekommen ging es mit der Linie 3 in unser Ryokan für die nächsten 2 Nächte. Diesmal heißt es schon am Eingang Schuhe aus und Pantoffeln an – immer wieder ein Spass mit Hans‘ Schuhgröße 47. 🤣 unser Zimmer ist groß und muss von uns zur Schlafenszeit „umgebaut“ werden.

Ausklappbarer Not-/Kindersitz in jeder Reihe mit Gurt

Kurz frisch gemacht und dann ab in die Innenstadt in das Viertel Sanmachi Suji. Viele der Holzhäuser stammen hier noch aus dem 18. Jahrhundert. Heute sind dort häufig Cafés, Souvenir Läden, Sake- und Miso-Brauereien untergebracht. Leider schiessen viele Geschäfte bereits um 17h, der Bummel hat sich trotzdem voll und ganz gelohnt.

Reisfelder um unser Ryokan herum
Sake Brauerei
Eis auf EarlGrey/Marchmallow Cookie
A) vorherrschende Autoform in Japan, egal von welcher Marke
B) überall sehr platzschonende Parkweise
Typisch für die Gegend: Sarubobo (in diversen Farben für unterschiedliche Glücksarten – rot steht für eine glückliche Heirat und Familie)
Dorayaki (kleines Pfannkuchen Sandwich)
Hans sieht einfach immer gut aus – egal mit welchem Hut


Abends haben wir im Ryokan gegessen. Die Region ist bekannt für ihr Rindersorte, die nach dem gleichnamigen Gebirge benannt ist: Hida, was sehr dem Wagyu ähnelt. Im Anschluss ging es diesmal gemeinsam in den Onsen. In diesem Ryokan kann man sich die Bäder pro Zimmer reservieren.

Hida auf einem Blatt über Flamme
Onsen draußen
Vorraum Onsen: entkleiden
Onsen (heißes Waaer) innen und Waschplatz

Der nächste Morgen startete mit einem „Wachmacher“: Hans vermisste sein Tablet inkl. Headset. Nach kurzem Überlegen kam man zum Schluss, es könne nur im Bus vergessen worden sein. Also schnell das Frühstück beendet und auf zum Busbahnhof – da die Stadtbusse erst ab 9h fahren, hieß es laufen. Um es abzukürzen: diverse Übersetzungen später und nach einem kurzen Besuch in der Nori Bus Verwaltung / Schaltzentrale hatte Hans alles wieder zusammen – dafür musste er sich den ganzen Tag anhören: please take care about your personal belongings – wer den Schaden hat…..
Um 10Uhr hatten wir eine kurze Einführung in einem Ninja Café über das Shuriken (Wurfstern) Werfen. Es war eine lustige kleine Erfahrung mit einer überaus ambitionierten als Ninja verkleideten Dame.
Im Anschluss ging es auf unseren eigentlichen Tagesausflug, ca. 35 km entfernt: das Dorf Shirakawa-go, welches zum Welterbe der UNESCO gehört. Wer hier siedeln wollte, musste mit gewaltigen Schneemassen klarkommen, die jedes Jahr in den Nordalpen auftreten. Die traditionelle Bauweise bot sich daher nicht an, stattdessen entwickelte sich der Baustil der „gefalteten Hände“ (Gassho-zukuri). Die Dächer sind extrem spitz, so dass die schneemassen heruntergleiten können. Die Bauten sind noch bewohnt, einige sind zu besichtigen , Cafés oder stehen zur Übernachtung zur Verfügung. Uns haben besonders die satten Farben mit den bewaldeten Bergen im Hintergrund und den satten Reisfeldern im Vordergrund gefallen. Es sah ein bisschen aus wie unser geliebtes Allgäu! Zwischendurch waren immer wieder kleine Teiche mit Koi Karpfen

Total beliebt und bei den heißen Temperaturen durchaus lecker: Kratzeis mit diversem Obst Sirup darüber

Wieder zurück in Takayama folgten wir einer Empfehlung eines Restaurants. Von außen unscheinbar, gelangte man im Inneren in diverse größere Räume. Für uns hieß es erstmal Schuhe ausziehen, wir mussten aber nicht auf dem Boden sitzen – Gottseidank. Der „Ober“ erfragte unsere Nationalität und erklärte bzw. kommentierte dann mit lustigen Deutschbrocken erst unsere Bestellung, im Anschluss ein paar Tipps zum Essen und deren Handhabung. Es war also nicht nur lecker sondern auch unterhaltsam. Hans nahm Kontakt zu zwei Japanerinnen am Nebentisch auf, die ihm dann den Trick mit den Stäbchen erklärten, zu Mickys Leitwesen, denn so verschwanden in Windeseile die Udon Nudeln aus ihrem heißen Pott.

Glocke
Riesiger Baum

11.08.2026 – Auf zu den Samurais – Kanazawa

Dieses Ryokan hat wirklich alles sehr bodennah und nicht besonders dicke Matten. Hans und Micky merken es deutlich nach 2 Nächten und sind nicht ganz so böse über die Weiterfahrt. Aber zunächst wird noch mal in unserem Zimmer gefrühstückt, Marke Eigenbau.

Mit dem Bus geht es wieder durch die wunderbaren japanischen Alpen nach Kanazawa, eine Stadt an der Nordküste von Ishikawa, die industriell nie wichtig und daher im 2.Weltkrieg von Bombenangriffen verschont worden ist. Sie war / ist eine bedeutende Handelsstadt mit fast einer halben Million Einwohnern und für uns besonders durch ihr Samurai Viertel interessant. Der Bahnhof ist mit seinem geschwungenen Holztori sehr futuristisch, drum herum diverse Wasserspiele. Unser Hotel ist Bestandteil eines sehr großem und vor allem hohen Gebäude mit Geschäften und Büros. Die Eingangshalle mit Brunnen und goldener Treppe, Concierge und Kofferträgern…. unser Herz schlug höher. Hoch war dann das Stichwort: mit einem sehr schnellen Fahrstuhl ging es in den 23. Stock, es erwartete uns ein wunderschönes Zimmer mit Aussicht und vor allem 3 großen und hohen Betten.

Alpen
Bahnhof Vorplatz mit Tor in Holz
Richtige Betten mal zur Abwechslung
Aussicht aus dem 23. Stock
Alpen – mit eigenem Auto hätten wir ständig gehalten
Uhrzeit aus „Laufendem Wasser“
Zentrum Eingangshalle Hotel
Bäder haben zumeist die gleiche Aufteilung: WC getrennt, freie Dusche und daneben eine Wanne, Waschtisch nochmals abgetrennt durch Glastür. Es wird alles gereicht: von Kimono-artigen Mantel, Zahnbürste, bürste, Rasierzeug…. Niemand bräuchte etwas zur Übernachtung mitbringen.

Nach einem kurzen Frischmachen ging es zum Samurai Viertel (Nagamachi). Es war ein wunderbarer Spaziergang durch schmale Gassen und entlang kleiner Kanäle. Ein Samurai Haus haben wir besichtigt. Gern hätte. Wir länger den wunderschönen Garten im Inneren genossen und die bunten Kois angesehen, dazu waren aber zuciele Touristen mit dem gleichen Ansinnen zugegen. Im Anschluss ging es weiter zum Kenroku-en Park, Kanazawas bekannteste Sehenswürdigkeit. Er gehört zu den 3 schönsten Japans.Auf dem Weg dorthin passierte das, was ehrlicherweise seit Beginn der Reise passieren sollte: es begann zu regnen, nicht besonders stark oder kalt, aber eben auch nicht geeignet für lange Spaziergänge. So saßen wir am Fuße des Parks und entschieden uns kurzerhand und schweren Herzens für ein Taxi zurück zum Hotel. Es sollte eben nicht sein.auch unser Abendplan – ein Ausflug ans Meer mit Baden – wurde damit hinfällig.

Nomura Samurai House – Ausstellung
Überbleibsel des Hauses der Takada Familie (Kada Clan)

12.08.2026 – Mit dem Shinkansen nach Kyoto

Dieses wunderbare Hotel in Kanazawa erlaubte uns, erst um 12 Uhr auszuchecken. Daher sind wir früh aufgestanden – erwähnten wir die herrlichen Betten – und mit der Bahn nach Ushinada an den Strand gefahren. Menschenleer, ruhig, auf dem Weg an einer echten Bäckerei vorbei und gleich für das Frühstück eingekauft. Hans ist kurz im abgesperrten Bereich ins Wasser gegangen, die Wellen waren sehr hoch und den Eltern etwas unheimlich. Wenn auch nur ein kurzes Badevergnügen: es hat sich gelohnt. Zurück ins Hotel, Sachen gepackt und ab zum Bahnhof, wo wir der Fahrt mit dem Shinkansen entgegenfieberten. Das japanische Verkehrssystem hat diverse Vorzüge: einer ist, dass alles auf dem Boden oder an der Decke ausgeschildert ist, die Zugtickets & Platzkarten sind mit der Angabe des Cars (Waggons) versehen. Dort stellt man sich dann rechtzeitig in einer Reihe an. Und tatsächlich kommt dann auch der Waggon dort an. Die Angaben der Cars sind immer fix und auf den Absperrgittern, Wegbeschreibungen und Aufgängen gut beschrieben – kein „Heute in umgekehrter Wagenreihung“. Das Aussteigen geschieht zügig, geht aber auch gut dank dieser hervorragenden Organisation. Die Fahrt ging bequem mit viel Platz leider schnell vorbei.

Jeder Ort mit seinen Gullydeckeln
Bonsais – wie versprochen, Eric
Getränke heiß oder gekühlt für max 1,20€ an jeder Ecke – das wird uns fehlen
Unterwegs, Kaga-Onsen, gigantische 73m hohe Buddhisten Statue
„Ein Tag am Meer“
Vorort Idylle und Einparktechnik – hier wird der Großteil des Führerscheins bestimmt auf das richtige Einparken verwendet
Anzeige / Eingang Shinkansen
Hyakumansan – das typische Maskottchen von Ishikawa
Queuing at the Right Gate, please

In Kyoto – einstige Hauptstadt und damit auch Kaisersitz bzw. Zentrum der herrschenden Shogun Familie – angekommen, suchen wir erst einmal unser Hotel. Es liegt direkt am ehemaligen Kaiserpalast, ist modern ganz in Beton gehalten und damit eine gelungene Mischung aus moderne und Tradition. Unser „Wohnkomplex“ besteht aus einem kleinen Vorraum, Schlafzimmer mit Couch Nische und einem gesonderten Bad/Toilettenbereich. Wir haben zwar 2 Fenster, die aber direkt auf das sehr nah angrenzende Haus zeigen – damit erklären sich die geschlossenen Fenster. Einen Onsen gibt es leider wieder nicht, sehr zum Missfallen von Hans.
Kurz frischgemacht und dann erstmal Kaffee und Kuchen im Hotel genießen – das Wetter erlaubt uns das. Im Anschluss geht es in das Vergnügungs- & Geisha Viertel Gion. Um es vorwegzunehmen: auch wir haben keine Geisha oder Maiko (Geisha Schülerin) gesehen. Das Viertel ist wunderschön, überall kleine Gassen, architektonisch interessante Gebäude und Restaurants, aber auch erstaunlicherweise diverse Mädchen, die zum „Zeitvertreib“ einluden. Wir haben nicht lange auf ihre Preisschilder bzw. Angebote geschaut, gehen wir mal davon aus, dass Senate über 20 waren und lediglich gute Gespräche anbieten. Die Stadt scheint sehr jung und wie auch schon Tokyo auch in der Woche sehr betriebsam zu sein. Japan hat – so scheint es uns – nicht mit Armut zu tun. Vielleicht liegt es aber lediglich daran, dass das Gefälle nicht so extrem groß ist, wie bei uns. Es gibt wohl eine Regel, dass japanische Manager (z.B. Vorstände ) max. das 12-fache der untersten Gehaltsklasse des Unternehmens verdienen dürfen (andere Quellen sprechen von einem höheren Vielfachen bezogen auf das Durchschnittsgehalt). Menschen begegnen sich hier auf Augenhöhe, zumindest was wir mitbekommen. Japaner sind durch die Bank durch gut gekleidet, man sieht weder zerrissene noch Sportkleidung – modisch sehr oft innovativ, stilsicher und zumeist chic erleben wir die Bevölkerung. Modische Fehlgriffe sind durchweg den Touristen vorbehalten. Und. Ich etwas fällt auf: während im Alltag eher weis, grau, schwarz und beige getragen wird, sind die bunten Farben den Kimonos vorbehalten. Sie werden besonders von Jung (Frauen und Männer) stolz getragen. Männer sieht man mit „Handtaschen“, z.B. für Laptops, Wasserflaschen oder Ähnliches, schlicht und zumeist in Leder – wie selbstverständlich und chic das aussieht, und so manche davon hätte Micky gern auch erstanden.
Zurück zum Gion Viertel: wir haben nach dem Viertel weiter am Fluss über die Brücke eines der großen Einkaufsstraßen mit diversen abzweigenden weiteren Passagen erkundet, u.a. Auf der Suche nach dem passenden Abendbrot. Wenn Hans schon auf seinen geliebten Onsen verzichten muss, gab es dafür heute Wagyu Burger.

„Süße“ Kaffee Pause im Hotel
Nach knapp zwei Wochen hat es uns nun auch mal mit Regen erwischt
Gion Viertel am Kamo Fluss
Einer der Eingänge zum Park ( inkl. Ehemaliger Kaiserpalast) nahe unseres Hotels
Gion Viertel am Kamo Fluss

13. & 14.08.2026 – Kyoto – auf den Spuren japanischer Kultur

Um kurz vor 10h waren wir mit Juki ( „Schnee“, da es zu ihrer Geburt geschneit hatte) erneut am Rande des Gion Viertels verabredet. Zu unserer Gruppe gesellten sich noch 2 sehr nette Italiener aus der Nähe von Verona (und zumindest Paolo konnte sehr gut englisch reden). Gemeinsam machten wir uns auf in eine kleine Seitenstraße in eine Kochschule – eines der Gebäude, die wir einen Abend zuvor so interessiert bestaunt hatten. Drinnen wartete bereits unser Koch auf uns, sehr freundlich und geduldig. Er ließ uns mitteilen, dass wir auf Grund der heißen Temperaturen heute alles trinken können, was wir wollten. Es geht schon mal gut los. Der Plan war die Zubereitung von einem Ramen und deren Nudeln, Goisas und einem Eierreis. Gesagt, getan: unter fachmännischer Anleitung und Jukis Übersetzung kneteten, rollten, schnippelten, drehten, kochten und brateten wir, bis wir nach ca 2,5 Stunden die Ergebnisse unserer Arbeit verspeisen konnten. Lecker! Die Rezepte gab es dazu sowie die große Lust, dieses Zuhause nach zu kochen. Wie immer mit den Erlebe-Guides gab es dazu viele gute Gespräche und Hintergrund Informationen sowie Tipps und Erklärungen.

Füllung ohne Knoblauch !
Naruto – Einlage im Ramen

Wunderbar gesättigt – vom Kopf und Magen gleicherweise – hätte der Tag theoretisch auch enden können, zu schön waren diese Stunden. Eine kleine Sake Verkostung wurde im Übrigen ebenfalls spontan für uns eingeschoben.
dennoch, wir machten uns auf dem Weg zum Inari (Fuchs) Schrein mit seinen tausenden von roten Toris.
Dort angekommen, hatten 2 von dreien die Erkenntnis, damit mit diesem Besuch auch eine kleine Bergbesteigung verbunden ist – der Inari Berg ist 233 m hoch und ist mit diversen Rundgängen und extra Pfaden, alle mit roten Toris (Tore) gesäumt und entlang diverser Tempel, Schreine und Grabstätten angelegt. Zugegebenerweise Luft das schwülwarme bedeckte Wetter nicht gerade zu dieser Aktivität ein. Zudem kam erwartungsgemäß die Fülle an Touristen, die bereits den Weg zum unteren Tempel und Haupt-/ Eingangstori überfluteten. Je höher man stieg, desto weniger wurden sie. Auch wenn Micky zwischendurch puterrot und keuchend ob der steilen und vielen Stufen verschnaufte, haben wir den Weg geschafft. Er war durch und durch beeindruckend.

Überall Inaris (Füchse)

Aussicht auf Kyoto
Jeder Tori ist gespinsert, die Schriftzeichen geben den Spender an
Kerze für unsere Lieben

Am nächsten Tag, die Knochen waren noch etwas weich von den 12 km mit Anstieg, ging es bei bestem Sonnenschein, allerdings auch ordentlicher Hitze zum Nijo-jo Castle, ehemaliger Sitz der herrschenden Shogun Familie, den sie bewohnten, wenn sie aus Edo in Kyoto zu Besuch kamen. Standesgemäß zeigten sie nebenbei dem Kaiser, der seinen Palast nur unweit entfernt bewohnte, wer tatsächlich die Macht besaß. Eine wirkliche Schöne und interessante Anlage – innen durfte man nicht fotografieren, daher nur Aussenansichten. Wir konnten uns nicht sattsehen. Im Anschluss – wir mussten uns eine Weile im Bus als auch in einem Café herunterkühlen – fuhren wir zum Bambuswald. Sollten uns die Touristen bereits gestern am Inari Schrein überwältigt haben, war es heute nicht minder. Es ist Hauptreisezeit eben auch bei den Japanern. Und ein Foto in diesem Wald, am besten im Kimono, verspricht Glück. Daher ist es auch nicht verwunderlich, wenn man in den Seitengassen kleine Geschäfte mit Kimono Verleih findet. Im Bis wurde Torsten übrigens von einem sehr netten Japaner angesprochen, der ihm deutete, seine Frau huckepack den Berg hochzutragen. Er riet ihm, eine Station später auszusteigen und vorher an bestimmten Stellen essen zu gehen. Und das alles ohne eine gemeinsame Sprache – toll.
Man kann den Touristen entgehen, wenn man sich eine Rikscha mietet. Tatsächlich waren wir versucht, auch wenn das Bild (jemand zieht einen Wagen mit Passagieren in glühender Sonne) sich schwer mit den eigenen Überzeugungen in Einklang bringen lässt. Der Vorteil wäre tatsächlich eigene / andere Wege, die nur den Rikschas vorbehalten sind. Dennoch, letztendlich hat der Preis unser schlechtes Gewissen unterstützt. Wir haben diesmal nicht den gesamten Weg absolviert, auch wenn wie am Vortag, die Anzahl der Touristen mit jedem Meter sank. Stattdessen haben wir uns auf Teryu-ji Tempel fokussiert. Das war eine gute und vor allem ruhige Entscheidung.

Nijio-jo Castle
Niji-jo Castle mit seinen Nightingale Böden – jeder Schritt macht Geräusche wie bei einer Nachtigall, so konnte sich niemand anschleichen
Abkühlen im Café
Eingangsbild im Tenryu-ji Tempel
Telefonhäuschen im gleichen Stil

Während Torsten sich kurz ausruhte, fuhren Hans und Micky zum Einkaufen, bevor wir uns alle abends zum ersten Sushi dieses Urlaubs getroffen haben. Und dann: Karaoke Time !!!

Sonwird übrigens in Japans Städten gebaut: Gebäude abhängen, platzsparender Kran, keine Absperrungen und wenn fertig, dann einfach wieder abhängen 😉
Bambuswald
Tenryu-ji Tempel
Hier „One“ von U2
Heimchen – überall in den Bäumen produzieren sie eine ungeheure Geräuschkulisse, für Japaner das geliebte Zeichen, dass der Sommer gekommen ist
Ein großer Garten gehört zum Tempel
Mit dm „Sonderzug“ (erst seit 2/2025 in Betrieb) geht es zurück
Wo man hinsieht, nur Mangas – und ganz viele Besucher kommen zum Lesen

15.08.2026 – Hihihi – über Himmelsburg Himeji nach Hiroshima

Nach einem leckeren Frühstück in einem kleinen Café unten bei der übernächsten Metro Station geht es zu Kyoto Station. Wir reisen ab sofort mit leichtem Gepäck, 2 von unseren Koffern haben wir ins Hotel nach Osaka versenden lassen – ein Service in den Hotels gegen geringes Entgelt. Mit den Schinkansen geht es in Richtung Osaka. Unterwegs machen wir halt in Himeji. Schnell das restliche Gepäck in den Bahnhof lockern ( Schließfächer) verstaut und dann ab zur Himmelsburg. Himeji gehört zu einen der 12 ursprünglich erhaltenen Burgen. Selbst Erdbeben, die durchaus stark sind in dieser Region, haben wir keinen nennenswerten Schäden gebracht. Die Bauweise trägt immens zu dieser Stabilität bei: der Sockel, der ein festes Fundament bietet, die bestimmte Holzbauweise, die die Burg flexibel schwingen lässt.
Sollten wir denken, wir hätten bereits heiße Temperaturen erlebt, weit gefehlt, der Weg vom Bahnhof zur Burg auf der großen Allee von ca. 1,2 km verlangt uns eine Menge ab. Unsere Nackenventilatoren helfen zwar, aber am Ende sind wir bereits am Fuße der Burg klitschnass und haben jeder 2 Flaschen getrunken.

Im Bahnhof, wird zur Prozession getragen
Children‘s Peace Monument
Zitronatzitrone – u.a. Für die leckeren Limonaden
Kurze Pause im 6. Stock, es wird luftiger
Mit 3 Wetter Taft wäre das nicht passiert 😅
Schrein im obersten 7. Stock
Bentobox für die 2. Schinkansen Srecke

Wegen der Hitze haben wir den Besuch des nahegelegenen Parks ausgelassen und sind durch eine der mit Geschäften durchzogenen und vor allem überdachten Gassen geschlendert. Micky hat sich bei der Gelegenheit von Ihren Schuhen verabschiedet und sich ein neues Paar gegönnt. Noch schnell jeder ein wenig Wegverpflegung und dann ging es auf die 2. Schinkansenstrecke nach Hiroshima.
In Hiroshima war das Hotel leicht gefunden. Leider hat Micky wohl im Himeji Park diverse Kriebelmücken förmlich angezogen – ihre Knöchel sahen eher weniger gut aus. Gott sei Dank gehört Rivanol inzwischen zur Reiseapotheke. So entschieden wir uns schweren Herzens für einen ruhigen Abend mit ein wenig mentaler Vorbereitung auf den vor uns liegenden Besuch im Memorial Peace Park am nächsten Tag. Vorher aber noch die Besonderheiten von Hiroshima.

Ahornblatt gefüllt mit roter Bohnenpaste, inzwischen aber auch mit vielem anderen
Umi-Mori Art Museum – leider keine Zeit für einen Besuch
Hiroshima Cola, Ahornblatt und Lemosco (zum Würzen von Speisen)
Gully Deckel
Mazda Museum – auch dafür war leider keine Zeit.

16.08.2026 – Eintauchen – Geschichte von Hiroshima & Insel Miyajima

Nach einem wunderbaren Frühstück bei Little Mermaid (Gruß nach Dänemark) ging es per Bus zum Peace Memorial Park. Um es vorwegzunehmen: vielleicht lag es an der permanent bedrohlichen Lage, die alltäglich in den Nachrichten erscheint, die Bedrohung der Demokratie und des Friedens, den wir glücklicherweise so lange genießen konnten – der Memorial Park war friedlich, mahnend aber nicht anklagend, hoffnungsvoll und nach vorn schauend und hat bei uns sehr oft die Tränen in die Augen treiben lassen. Bitte entscheidet selbst, was Ihr lesen und anschauen möchtet. Die Geschichte zum Children‘s Peace Monument z.B……

Überall Skulpturen von unterschiedlichen Ländern oder Gruppen dem Frieden gespendet
Children‘s Peace Monument
Children‘s Peace Monument
Peace Clock Tower
Von Stundenten gesammelt / errichtet
Eingang Hiroshima Peace Park
Die betenden Hände als offener Kelch gefaltet, in der Mitte die Flamme, die seit ihrer Entzündung am 1.August 1964 ununterbrochen brennt als Symbol für den Protest gegen Atomwaffen und dem Wunsch nach deren weltweiten Abschaffung. Nur dann soll die Flamme erlischen.
Atomic Bomb Dome
Die Aioi-Brücke ist eine berühmte T-förmige Brücke. Sie wurde 1932 erbaut und war 1945 das geplante Ziel des ersten Atombombenabwurfs, da ihre Form aus der Luft leicht zu erkennen war. Die Bombe verfehlte sie knapp, die Brücke wurde beschädigt, aber repariert und 1983 durch einen Neubau ersetzt
Die Legende der 1.000 Kraniche – überall hängen sie, ebenfalls von Kindern unterschiedlicher Nationen
Auf der anderen Seite der Glocke sind die Umrisse der Kontinente zu erkennen
Seiko Uhr

Direkt am Atomic Bomb Dome ging eine Fähre zur Insel Miyajima. Die Überfahrt dauert ca. 50 Minuten und sollte reserviert werden. Es gibt eine 10 Minuten Fähre ca eine halbe Stunde weiter mit der Bahn, die wesentlich öfter fährt und deutlich billiger, dafür aber auch nur 10 Minuten braucht und besonders mit Tagestouristen überfüllt sein kann. Bevor wir auf die Fähre gingen, haben wir uns direkt am Flussufer in einem Gartenlokal ein kleines Mittagessen genehmigt und über das Erlebte gesprochen. Torsten hat sich an eine weitere Hiroshima Spezialität herangetraut: Austern. Sie gibt es hier frisch, gekocht oder gebacken in Tempura Teig.

Die Überfahrt war malerisch und glücklicherweise in einem klimatisierten Innenraum möglich. Teilweise erinnerte die Umgebung an einen norwegischen Fjord. Die Insel ist besonders wegen des Itsukushima Schreins mit seinem großen schwimmenden Tori davor bekannt. Er steht im Wasser und erweckt, je nach Gezeit, den Eindruck, dass er schwimmt. Zudem kann man den Berg Misen besteigen oder mit einer Seilbahn hinauffahren. Für uns ging es aber erstmal ins Hotel – und diesmal mit Abstand das Beste – laut Hans. Es könnte daran liegen, dass man die Tür geöffnet und kleine Snacks gereicht bekam. Und endlich wieder ein Onsen.
Aufgeheizt von den letzten Tagen war uns weniger nach Kultur oder Bergbesteigen, sondern nach Baden. Der Reiseführer versprach eine wunderbare Badebucht, und er hatte recht. Das Wasser war herrlich erfrischend und dank weniger Wellen konnten die Jungs sogar schwimmen. Übrigens kann man auf Grund von Haien und Quallen lediglich im Juli und August im Meer baden, wir hatten also diesbzgl. Glück mit der Reisezeit. Mit dem letzten Bus ( oder eher Transporter) ging es zurück, gleich etwas weiter bis zur Endstation: Wir wollten den Tori zusammen mit allen Touristen sehen, damit wir ihn abends allein deutlich mehr genießen können. Es war gerade Ebbe, daher konnte man ganz dicht heran bzw. darunter durch laufen. Überall waren Krebse, die geschäftig aus dem „Watt“ kamen. Hans war in seinem Element – wir hätten ihn auch 2 Stunden mit Krebsen spielen lassen können. Nach einem ausgiebigen Onsen ging es standesgemäß zum Dinner. Ein X-Gänge Menü, wie wir erfahren sollten. Es wurde fleißig probiert, nicht jedem schmeckte alles – aber alles war von hoher Qualität und mit Liebe bereitet. Umso schwerer fiel es einigen, im Anschluss sich noch einmal anzuziehen und zum Tori zu laufen – am Ende wurden auch hier alle belohnt. Übrigens noch 2 kleine Highlights: während wir aßen, wurden unsere Betten professionell bereitet. Mist nur, dass wir ausnahmsweise unsere Sachen wahllos in den Raum verteilten – wie peinlich. Als wir am Tori waren, sprangen die Fisch, größere schwammen in langen Reihen, und dann waren da noch helle und dunkle Rochen. Nachts fast allein auf einer Insel halt……

Tori des Itsukushima Schreins – hier bei Ebbe
Überall freilaufende Sika Hirsche – sie dürfen auf Miyamija nicht gefüttert werden. Daher verbeugen sie sich auch nicht, sind dafür aber auch netter
Hans auf der Jagd nach Krebsen
Betten sind angerichtet
Ausblick aus einem unserer Fenster
Lustige Gefährte
Badebucht am Tsutsumigaura-Strand
Festlich
Das Fleisch butterzart mit Salzflocken und 2 Tempuras
Mitte Cornsuppe, oben rechts Appetizer – so filigran
Menü
Tagsüber ziehen sich hier links und rechts Geschäfte z.B. Austernstände, und massig Touristen
Wir haben ihn Jochen getauft
Je nach Wasserstand scheint er, die Farbe zu ändern

17.08.2026 – Einmal die komplette japanische Verkehrswelt: auf nach Koyasan

Morgens erwartet uns (neben des früheren Aufstehens) ein opulentes japanisches Frühstück. Für jeden Tisch ein großer Kessel Miso Suppe mit Muscheln (etwas was zumindest Micky hat lieben gelernt), die üblichen ergänzenden Speisen zum Frühstück, aber auch ein kleines Buffet mit Rührei, Würstchen, Saft und Cornflakes. Danach geht es zum Hafen. Unsere nächste Station ist Koyasan – Koyasan ist das spirituelle Zentrum des Shingon- Buddhismus in Japan, eines der beiden Hauptglaubensrichtungen. .Auf einer rund 800 Meter hohen bewaldeten Hochebene ca 2 Stunden hinter Osaka gelegen, beherbergt diese heilige Stätte über 100 Tempel und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Gegründet wurde die abgeschiedene Tempelstadt im Jahr 816 vom Mönch Kōbō Daishi (Kūkai). Wir werden mit vielen Verkehrsmitteln fahren müssen, aber lest selbst und zählt mit: wir starten mit der 10 minütigen Linienfähre nach Miyajimagucchi und steigen dort zunächst in die Elektrikstrassenbahn, später dann in die Metro um. Von Hiroshima Station ging es per Schinkansen nach Osaka. Wir sind echte Fans dieses Verkehrssystems geworden: Schinkansen Fahrten sind erschwinglich, einfach und vor allem schnell – so Hüttenwerk für die gleiche Strecke mit dem Auto 4 Stunden 15 Minuten gebraucht. Der Schinkansen braucht knappe 2 Stunden. An der Osaka Station – der Bahnhof ist riesig – hieß es den Service Schalter vom Bahnhofsteil Namba zu finden. Bei Namba gehen weiterführende kleiner Züge ins Umland ab. Zugegebenermaßen mussten wir diverse Male fragen, das fällt hier aber nicht schwer – alle sind so freundlich und hilfsbereit und fragen auch gern mal „where are you from?“, oder wir werden einfach mit einem Hilfsangebot angesprochen. Am Service Center bekommen wir für unseren Gutschein alle (4) Fahrkarten für Koyasan ausgehändigt. Noch schnell ein paar Getränke gezogen und für Hans einen Burger bei McDonalds gekauft, und schon sitzen wir im Panorama Zug in die Berge. Die Fahrt ist atemberaubend schön, satte Wälder, Berge – man kann die Schönheit nicht auf Fotos bannen. Nach knapp 1,5 Std. Kommen wir am Bahnhof an und steigen in das Cable Car um. Am Ausgang des Cable Cars erwartet uns ein freundlicher Mitarbeiter, fragt uns nach unserem Ziel „Tempel“ und händigt uns eine genaue Beschreibung so wie die Busnummer aus. Station 6 ist unsere. Nach weiteren 3 Minuten Fußweg erreichen wir unseren Tempel, unsere Unterkunft für die Nacht. Gleich am Eingang heißt es Schuhe aus. Eine nette fast kahlgeschorene Frau begrüßt uns und checkt uns ein. Eine weitere Frau übernimmt uns und führt uns kurz in den „Tempel“ ein. Abendessen um 17:30, Frühstück um 8:00 nach der Morgenzeremonie um 6:00, wo wir herzlich eingeladen sind. Ein Mönch gibt uns jeweils 5 Minuten vor den Mahlzeiten Bescheid. Der Tempel ist nicht anders erwartet ruhig und ein Ort der inneren Einkehr mit einem hübschen kleinen Garten im Inneren. Das Zimmer ist mit üppigen Wandmalereien verziert und inzwischen keine Überraschung mehr. Wir haben bis zum Abendessen leider. Ich sehr viel Zeit, und die Busse fahren nur im Stundentakt. So lassen wir den großen und sagenumwobenen Friedhof aus und schauen uns die diversen Tempel an. Zurück im Tempel erscheint auch gleich der Mönch, der uns zum Abendessen abholt. Wir sitzen in einem Raum ganz allein und das erste Mal komplett auf dem Boden, die Türen geben uns einen ruhigen Blick auf den Teich und Garten. Wir beschließen den Abend mit einem Besuch im Onsen und ein paar Runden Carbot. Morgen heißt es früh aufstehen, zumindest für Hans und Micky.

Hôtel Interieur
Opulentes Frühstück
Fischboulette in traditioneller Ahornform
Sushi á la Hans
Hoher Besuch auf Miyajima – wir durften den Sake verkosten, den schon Barak obama hier genossen hat
Tor vom Wasser aus
Zug nach Koyasan
Zug nach Koyasan
Interims Zugführer
Unser Zimmer
Abendessen in Stille
Garten im Tempel
Abendessen vegetarisch
Sitze könne einfach ihre Richtung wechseln
Cable car
Unser Zimmer – auf in den Onsen
Dango Garan
Zug nach Koyasan
„Unser“ Tempel Muryokoin
Unser Zimmer
„Unsere“ Mönche
Gully Deckel
Örtliche Feuerwehr

18.- 20.08.2026 – langsam Abschied nehmen von Japan: nach der Ruhe noch einmal quirlig – Osaka

Mittlerweile haben sich unsere Körper an die Bodennähe (und das dazugehörende Aufstehen) sowie das Schlafen auf dünnen Futons gewöhnt. Trotzdem freuen wir uns auf ein „normales“ Hotelzimmer mit Betten und Stühlen in Osaka. Zuvor hiess es aber erstmal früh aufstehen: Hans und Micky nahmen an der 6 Uhr Morgen Zeremonie mit Feuerzeremonie teil. Wir bekamen am Eingang jeder eine Prise „sah aus wie Kurkuma“ in die Handflächen zum zerreiben, bevor wir in das Innere des Tempels geleitet wurden. Der Tempel schien 10 weibliche und männliche Mönche zu beherbergen, die meisten kahlgeschoren, 2 Frauen mit zumindest kurzem Haar. Manche Überwürfe waren knall orange, andere leicht gelb – ob das wohl einen Status oder Rangordnung anzeigt? Gottseidank durften wir vor den Altarräumen auf Schemeln Platz nehmen, während um uns hektisches Treiben und Verbeugen seinen Lauf nahmen. Im rechten Raum war ein Mönch die gesamte Zeit mit der Feuerzeremonie beschäftigt. Der linke Raum war wohl eher zum Begrüßen und Begehen, während sich ansonsten alles in der Mitte abspielte. Die Mönche knieten jeweils links und rechts. Sie starteten mit einer Art gregorianischen Gesängen aus einer Art Gesangbuch. Manchmal sang einer allein, andere schienen darauf zu antworteten. Manchmal standen sie dazu auf, gingen im Kreis, blieben nach einem bestimmten Muster stehen. Anderen ließen Bedienung Glocken kunstvoll erklingen. Zwischendurch wurden wir tatsächlich in die Zeremonie miteingebunden. Wir wurden erst in den ersten Raum gebeten und mussten uns an diversen Stellen verbeugen. Im mitteleren Raum erwartete uns ein weiterer Mönch, zu uns verbeugend, der uns dann in den dritten Raum führte (wo permanent die Feuerzeremonie seinen Lauf nahm). Dort mussten wir jeder eine Schale mit Wasser füllen und auf eine Art Stövchen stellen. Zum Schluss wurden wir nacheinander auf einen Schemel gebeten, wo uns dann über unseren Rücken eine Art Reinigung (ein rituelles Abklopfen) widerfuhr. Spannend! Die Zeremonie ging ca 90 Minuten. Durch die frühe Stunde, vielleicht aber auch durch das matte Licht und meditative Sing-Sang ist es uns schwer gefallen, nicht einzuschlafen. Auf der anderen Seite war alles so spannend, eine Abfolge von Ritualen und Aktivitäten, die wir so von der evangelischen oder katholischen Kirche, selbst aus dem Benediktiner Kloster nicht kennen. Am Ende knieten sich alle um uns herum, einer der Mönche verbeugte sich und versuchte uns sowohl ein wenig Geschichte zu Koyasan als auch zur durchgeführten Zeremonie näher zu bringen. Danach wurden wir verabschiedet, das letzte Stück wollten die Mönche wohl ohne Besucher beenden. Hans und Micky verschwanden jedenfalls kurz auf dem Zimmer für ein 20 minütiges Powernickerchen, bevor der Mönch uns zum Frühstück bat. Ganz in Ruhe haben wir dann den Tempel verlassen – uns hat eine der Mönchsfrauen auf Knien immer wieder verbeugend verabschiedet, bis wir aus dem Tor raus sind. Was für eine tolle, ruhige und meditative Erfahrung.

Um die Mittagszeit erreichten wir Osaka, unserem letzten Ziel der Japan Reise. Die Temperaturen sind nach den angenehmen Stunden in Koyasan wieder deutlich nach oben geklettert. Aber inzwischen sind wir das ja schon gewohnt. Unser Hotel ist schnell gefunden und begrüßt uns mit einem kleinen Teich gefüllt mit Sonnenblumen und Entchen – wir denken sofort an die bevorstehende Hochzeit von Linn und Nicklas Ende nächste Woche. Wir bekommen ein wunderbares Zimmer im 17. Stock. Unsere Koffer warten bereits auf uns. Heute steht Einkaufen an.

Hoteleingang
Mochi Leidenschaft
Einkaufsstrasse
Pokémon Center
Coole Kneipe für unser Abendbrot
Krabbensalat mit kleinen „Würmern“
Coole Kneipe für unser Abendbrot
Schrein unter dem „Tokyo Hotel“
Noch mehr einkaufen
Pokémon Center
…und nun in echt – lecker
Hans versinkt in den Mangas, die in der Lobbie stehen
Aussicht aus dem 17.Stock
4-stöckige Straßenführung- wow
In Japan gehen Männer mit kleinen Mädchen 🫣
So oft auf Instagrammm gesehen….
America Viertel
  1. Avatar von Eric
    Eric

    Es ist eine Freude Eure Eindrücken und Erlebnisse zu teilen. Man freut sich jeden Tag auf neue Einträge. Viel Spaß Euch 3 und weiter so. ⛩️

  2. Avatar von Peter Cornelius
    Peter Cornelius

    Eine tolle Reise mit vielen, beeindruckenden Erlebnissen. Wünschen Euch weiter viel Spass und bitte weiterhin den Blog ‚befüllen‘…👍👌😁

    1. Avatar von Torsten Gawanke
      Torsten Gawanke

      Ja, machen wir natürlich weiter. Und lieben Dank. Einiges wollen wir noch sehen und erleben.

  3. Avatar von Sandra
    Sandra

    Es ist so toll, Euch bei Eurer Superreise virtuell begleiten zu können. So viele Eindrücke, Kultur, das Essen, um nur etwas zu nennen. Euch schwirrt abends sich der Kopf im positiven Sinne. Weiter viel Spass und genießt Eure Zeit.

    1. Avatar von Torsten Gawanke
      Torsten Gawanke

      Hi Ihr beiden. Ja es ist super, das alles erleben zu können. Obwohl es natürlich auch ein wenig anstrengend ist – und zwar geistig und körperlich.
      Schön zu wissen, dass ihr auch mitlest.

  4. Avatar von admin

    Ab jetzt sind auch wieder Kommentare möglich

6 Kommentare zu „Big in Japan 2026“

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torsten@gawanke.de

6 Kommentare

  1. Eine tolle Reise mit vielen, beeindruckenden Erlebnissen. Wünschen Euch weiter viel Spass und bitte weiterhin den Blog ‚befüllen‘…👍👌😁

  2. Es ist so toll, Euch bei Eurer Superreise virtuell begleiten zu können. So viele Eindrücke, Kultur, das Essen, um nur etwas zu nennen. Euch schwirrt abends sich der Kopf im positiven Sinne. Weiter viel Spass und genießt Eure Zeit.

    1. Hi Ihr beiden. Ja es ist super, das alles erleben zu können. Obwohl es natürlich auch ein wenig anstrengend ist – und zwar geistig und körperlich.
      Schön zu wissen, dass ihr auch mitlest.

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